# 15

Es gibt mich noch. Ganz in den tiefen den www.

Im Moment bin ich ziemlich im Stress. Ich schreibe meine Bachelorarbeit und komme dabei nicht so voran, wie ich es gerne hätte. Ich will in vier Wochen fertig sein und es fehlen mir noch gut 20 Seiten. Das klingt machbar, aber ist dennoch ein großes Pensum, wenn man bedenkt, dass ich das alles berufsbegleitend mache.

Ich muss aus meiner Wohnung ausziehen. Das ist alles großes Kino und ich will das hier auch nicht auf meinem Blog stehen haben, was passiert ist. Ich suche seit September, aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit mit einem Durchschnittseinkommen eine bezahlbare Wohnung zu finden.

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# 14

Seit einigen Tagen geh ich nun wieder ins Büro. Eigentlich könnte ich mich schon wieder krankschreiben lassen…

Mein Vorgesetzter will mich nicht mehr in seiner Abteilung haben. Vergangenen Dienstag habe ich es über die PA erfahren. So feige es mir nicht selber sagen zu können. Ich kann dort nicht mehr bleiben und muss versetzt werden.

Im Moment mache ich eine Woche Urlaubsvertretung im Versandbahnhof. Dann sollte ich in verschiedenen Abteilungen und Bereiche hospitieren. Geht’s nur darum Zeit zu gewinnen?

Ich habe das Gefühl, dass man mich loswerden möchte. Ich habe zwei Optionen angeboten bekommen: Lager und kommissionieren oder Einzelhandel. Beides Dinge, die ich aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht ausüben kann (und will).

Ich habe pure Existenzangst. Ich befürchte, dass man darauf hinarbeitet, dass ich von selber gehe, aber den gefallen tu ich ihnen nicht.

Es tut alles so weh. Man will mich nicht mehr. Ich bin überflüssig. Das Trauma meines Lebens wiederholt sich. Der Kreis schließt sich immer wieder.

# 13

Der letzte Tag meiner Krankmeldung ist angebrochen. Morgen, also am Mittwoch, gehe ich offiziell wieder ins Büro. Ich weiß nicht, was ich dabei denken oder fühlen soll. Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Ich merke auch, dass mir die Zeit zuhause nicht unbedingt gut tut. Ich habe viel zu viel Zeit zum grübeln. Von daher war es schon gut, dass ich jeden Tag Dienst am KJT gemacht habe.

Mittwoch also der Versuch eines Wiedereinstieges in das Berufsleben. Über drei Wochen war ich jetzt zuhause. So lange war ich, abgesehen von Klinikaufenthalten, noch nie in einem ganzen Jahr krankgeschrieben.

Ich habe eine Steuerrückzahlung bekommen. Eine nicht erwähnenswerte Summe. Ich habe mir, weil ich schon immer welcher haben wollte, Outdoorschuhe von salomon gekauft. Weil ich wusste, dass es die immer wieder bei TK Max gibt, habe ich dort geschaut und auch ein verhältnismäßig günstiges Paar erstanden. 40 € habe ich bezahlt. In Anbetracht der Tatsache, dass die ansonsten um die 100 € kosten ein Schnäppchen. Die Farbe ist khaki.
Und ein Sonnenbrille habe ich auch dort gekauft. Ich hatte noch nie wirklich eine. 20 € von Timberland.

Bin ich markenfixiert? Aber mal ehrlich, warum soll ich nicht für 40 € einen Markenschuh kaufen (vermutlich Auslaufmodel, aber das ist ja meinen Füßen egal)… um den Preis bekomme ich auch im no – Name – Segment keinen vernünftigen Outdoorschuh. Mit der Sonnenbrille ist es ähnlich. 20 € sind da gleich zusammen.

Nach meinem Shoppingtrip war ich bei Frau K. ^^ Ich bekomme jetzt wieder Tavor. Ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Sie wollte eigentlich, dass das Tavor bei ihr, Frau B oder Herrn Ho deponiert wird. Was bringt es? Ich habe nicht vor mein Leben mit Tavor zu beenden. Da gibt’s durchaus bessere und effektivere Möglichkeiten. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich das Tavor bei mir zuhause aufbewahre.

Ansonsten viel bla bla…. Erzählt, dass ich viel im Schloßgarten war, das ich heute in der WLB war und total überfordert war. Ich brauche den Nutzerausweis eh nur für die ebooks. Ich habe nicht vor dort ein Buch aus echtem Papier auszuleihen… Gemeinsam mit der Bib der FH bin ich ganz gut aufgestellt.

Heute Abend treffe ich mich mit meiner Seminargruppe. Bis dahin muss ich 6 Seminararbeiten gelesen und mir Gedanken zu Aufbau der Präsentationen gemacht haben. Nachher möchte ich ins Nagelstudio gehen, um 14 Uhr muss ich beim Dienst sein und um 17:45 in der Uni Bib.

Meine zwei Katzen sind gerade ganz kirre, weil hier noch Licht brennt und ich noch wach bin. Normalerweise liegen wir da schon zusammengekuschelt im Bett oder auf dem Sofa. Ich kann auch nichts dafür, dass ich nicht schlafen kann.

# 12

Ich bin noch immer krankgeschrieben. Morgen in einer Woche werde ich versuchen wieder ins  Büro zu gehen. Für einen Tag. Dann ist Brückentag und den Freitag habe ich frei.

Es fällt mir schwer die Tage sinnvoll zu strukturieren. Ich schlafe bis zum geht nicht mehr. Laufe sinnlos durch die Stadt, gehe zum Dienst usw. aber so richtig sinnvolles mache ich nicht.

Gestern war das erste Mal nach langer Zeit wieder Vorlesung. Ich war dort, wenn auch mit Verspätung, weil ich davor Therapie hatte. Es war okay. VWL stand auf dem Plan. Mikroökonomie.

Was soll ich schon großartig über die Therapie berichten? Wir reden. Aber oft aneinander vorbei. Ihr Fokus liegt immer auf der Arbeit und ich bin es müde dauernd und ständig über die Arbeit zu sprechen, was dazu führt, dass sie ab und an eine patzige Antwort von mir bekommt.

Vergangenen Donnerstag war ich bei meinem Arbeitgeber um meine Krankmeldung abzugeben. Es wurde mir wieder Hoffnung auf eine Versetzung gemacht. Wie ernst ist es jetzt? Richtig ernst oder wieder nur heiße Luft? Es bleibt spannend.

Die Tage sind ziemlich dunkel. Starke Suizidgedanken, weil ich keine Perspektive mehr sehe. Ich habe ständig den Drang mir etwas anzutun, aber noch kann ich standhalten. Wie lange noch? Vor diesem Gedanken habe ich große Angst.

# 11

Gerade ruft die Hochschule an, dass meine Seminararbeiten nicht eingegangen sind. Großes Kino. Ich habe aber versendet. Pünktlich. Leider nicht per Einschreiben. Ich mache mir Vorwürfe, weil ich doch zuhause bin und locker hätte nach Stuttgart fahren können um die beiden Arbeiten abzugeben…

Am gleichen Tag habe ich sie auch digital zur Plagiatsprüfung versendet. Somit hat die Hochschule etwas von mir vorliegen.

Es hat eine lange Viertelstunde gedauert, bis man mir eine Auskunft darüber geben konnte, was jetzt mit mir passiert. Theoretisch wäre ich durchgefallen, weil nicht fristgerecht abgeben.

Rückruf der Hochschule. Es werden meine digital abgegebenen Arbeiten an den Professor weitergegeben.

Glück im Unglück.

# 10

Meine Seminararbeit ist auf dem Weg. Heute gedruckt und abgesendet. Länger hätte ich wohl nicht mehr warten können. Wobei, morgen hätte auch noch gereicht oder Montag und dann eben persönlich abgeben. Wenn ich so drüber nachdenke, dann hätte es gar keinen Grund gegeben, heute um 9 Uhr aufzustehen….

Der Spaß hat mich 16,40 € gekostet. Mir hat es die Sprache verschlagen. Wenigstens habe ich jetzt feinstes Qualitätspapier und gestochen scharf ausgedruckte Bilder.

Was habe ich heut gemacht? Ich weiß es nicht, irgendwie ist der Tag vergangen.

Ich war nach dem Copyshop noch kurz bei H & M.
Mein neues Kleid: http://www.hm.com/de/product/68009?article=68009-B
Wer es noch nicht mitbekommen hat 😀 ich liebe blau mit weißen Pünktchen ^^.

Ich fühle mich schlecht damit, dass ich shoppen war. Meine Kollegen sitzen im Büro, müssen ggf wegen mir dummer Nuss noch länger arbeiten und ich vertreibe mir die Zeit in der Stadt. Hmpf. Allerdings hat mir auch keiner verboten die Wohnung zu verlassen.

Heute kann ich nicht einmal sagen, wie meine Stimmung ist. Schlecht, oder noch schlechter?

Ich fühle mich ziemlich in die Ecke gedrängt bzgl. Minderleistung. So nach dem Motto, es gibt nur diese eine Möglichkeit. Friss oder stirb. Dann kann ich noch so viele Gespräche mit Frau E, Frau K oder Frau B führen… ich will es nicht. Es ist nicht der Weg, den ich gehen möchte. Ich will durch meine Erkrankung nicht noch mehr zur Belastung werden, als wie ich ohnehin schon bin.

Noch was zum schmunzeln: heute habe ich auf xing eine Nachricht von einem Headhunter bekommen. Ich habe mich noch nicht gemeldet, aber werde mir den Spaß wohl geben.

 

 

# 9

… und schon haben wir Donnerstag. Wie doch die Zeit vergeht. Nicht. Heute war ich, dafür das ich krankgeschrieben bin, äußerst produktiv. Ich habe geschlafen, geschlafen und noch mehr geschlafen. Nein ganz im ernst. Ich war bei meiner Psychiaterin, kurz bei meinem Arbeitgeber und dann beim Dienst. Das klingt alles so wenig, aber letztendlich ist jeder Schritt gerade anstrengend.

Frau K wollte mich dann auch direkt gleich noch länger AU schreiben. Nur was bring es? Vom zuhause rumsitzen wird es selten besser. Mein Ziel ist schon, dass ich in zwei, drei Wochen wieder fit bin und arbeiten gehen kann.

Da wäre dann schon das nächste Problem: Ich bin AU, aber gehe ehrenamtlich arbeiten und übernehme Dienste. Völlig egoistisch, damit mein Tag wenigstens bisschen Struktur hat und ich nicht komplett in meinen Depressionen versinke. Nur, ist das überhaupt erlaubt? Komme ich da nicht in Teufelsküche, wenn mein Arbeitgeber davon Wind bekommt?

Ich bin gegen den Vorschlag des IFD. Ich werde dem Vorschlag mit der Minderleistung nicht zustimmen. Das bin nicht ich. Frau K meinte heute zu mir, dass mir das zusteht, dass für 1 Jahr in Anspruch zu nehmen. Mag sein, dass es mir zusteht, aber es ist in der Realität nicht umsetzbar, dass mein Aufgabengebiet eingegrenzt wird. Irgendjemand muss die Arbeit machen. Dann müssen es meine Kollegen mittragen und das verbessert meinen Stand in der Abteilung nicht gerade. Es muss offen kommuniziert werden, dass der Ausgleich für mich in Anspruch genommen wird und ich möchte diese Sonderrolle nicht.

Zumal ich dann nie wieder bei einer Gehaltsverhandlung argumentieren kann 😉

Es muss eine andere Lösung für das Problem geben. Aber ist überhaupt die Arbeit das Problem? Bin nicht ich das Problem? Macht mich das System krank? Würde ich nicht in jedem anderen Unternehmen scheitern?

Ich habe keinen Vergleich. Ich habe mit 16 in meinem jetzigen Unternehmen als Azubi angefangen. Jetzt bin ich 30. Ich habe mein ganzes Berufsleben dort verbracht.

Da wäre noch das Studium. Ich stehe zu 100000000 % hinter der Entscheidung berufsbegleitend zu studieren. Wenn alles gut läuft, dann habe ich in 10 Monaten meinen Bachelor. Waaaah 10 Monate!!! Okay, es war vielleicht ein Fehler in ein verkürztes Mode einzusteigen, aber das weiß man auch erst im Nachhinein.

Verkürztes Model? Ähm ja. Ganz großes Kino. Ich bin Studentin im dualen Studiengang Wirtschaft im Kooperationsstudiengang der württembergischen VWA, der VWA Hellweg – Sauerland und der FH Südwestfalen. Verkürzt deswegen, weil ich zuvor eine Weiterbildung zur geprüften Betriebswirtin der IHK absolviert habe, was komplett angerechnet wurde. Offiziell bin ich in das 5. Von 7. Fachsemestern eingestiegen. Wenn ich aber gefragt werde, dann sage ich immer, dass ich aktuell im 2. Semester studiere. Richtig wäre es zu sagen, dass ich im 6. Semester bin. Nur, dann würde gleich die Frage nach der Bachelorarbeit kommen *gg wenn ich sage, ich bin im zweiten Semester, dann finden das die meisten noch niedlich.

Und da stellt sich natürlich gleich die nächste Frage. Studium und Depression, geht das? Und dazu noch berufsbegleitend? Also, es geht, aber Zeit für einen Partner oder ein zeitintensives Hobby hat man nicht. Braucht man ja auch. Wird völlig überbewertet. Soziale Kontakte auch. In der Zeit, in der meine Freundinnen ihren Kindern Geschichten vorlesen gehe ich zur Vorlesung. Ist das Leben nicht toll? Aber ich habe es mir ja selber so ausgesucht, also warum jammere ich.

Morgen sollte ich dringend meine Seminararbeiten drucken lassen, damit ich sie endlich abgeben kann. Montag ist Abgabefrist.

jemand Interesse an Literatur zum Thema Rechnungslegung der Bundesliga? Ich habe da bisschen was im Angebot ^^. Ich frage mich noch immer, bei welchem Idioten ich mich für das Thema bedanken muss. Ist doch wahr.

In meinem nächsten Leben mache ich keine kaufmännische Ausbildung mehr, mache keine mehrjährige Weiterbildung zur Betriebswirtin mehr und studiere auch nicht mehr BWL.